Juni O2
Das Leben ist alles, was es nur gibt: Wahn, Krautsalat, Kampf oder Seife.
(Joachim Ringelnatz)


Mai O2
Kunst ist schön. Macht aber viel Arbeit.
(Karl Valentin)


April O2
In zweifelhaften Fällen entscheide man sich für das Richtige.
(Karl Kraus)


März O2
Was heißt "konsequent"?
Heute so und morgen so.
Was heißt "inkonsoquent"?
Heute so und morgen so.

(jüdischer Witz)


Februar O2
Der Konflikt zwischen der Gerechtigkeit und der Rechtssicherheit dürfte dahin zu lösen sein, daß das positive, durch Satzung und Macht gesicherte Recht auch dann den Vorrang hat, wenn es inhaltlich ungerecht und unzweckmäßig ist, es sei denn, daß der Widerspruch des positiven Gesetzes zur Gerechtigkeit ein so unerträgliches Maß erreicht, daß das Gesetz als "unrichtiges Recht" der Gerechtigkeit zu weichen hat. Es ist unmöglich, eine schärfere Linie zu ziehen zwischen den Fällen des gesetzlichen Unrechts und den trotz unrichtigen Inhalts dennoch geltenden Gesetzen; eine andere Grenzziehung aber kann mit aller Schärfe vorgenommen werden: wo Gerechtigkeit nicht einmal erstrebt wird, wo die Gleichheit, die den Kern der Gerechtigkeit ausmacht, bei der Setzung positiven Rechts bewußt verleugnet wurde, da ist das Gesetz nicht etwa nur "unrichtiges" Recht, vielmehr entbehrt es überhaupt der Rechtsnatur.
(Gustav Radbruch, 1946, bekannt als "Radbruchsche Formel")


Januar O2
Der Zufall ist das Pseudonym, das der liebe Gott wählt, wenn er inkognito bleiben will.
(Albert Schweitzer)


Dezember O1
Die Unsterblichkeit ist nicht Jedermanns Sache.
(Kurt Schwitters)


November O1
..multos modios salis simul edendos esse, ut amicitiae munus expletum sit.
(Cicero, Laelius de amicitia)


Oktober O1
Outside of a dog, a book is a man's best friend. Inside of a dog, it's too dark to read.
(Groucho Marx)


September O1
Leben wie ein Baum, einsam und frei, und brüderlich wie ein Wald, das ist unsere Sehnsucht.
(so oder so ähnlich: Nazim Hikmet, Leben)


August O1
Nicht die Wahrheit, in deren Besitz irgendein Mensch ist oder zu sein vermeinet, sondern die aufrichtige Mühe, die er angewandt hat, hinter die Wahrheit zu kommen, macht den Wert des Menschen. Denn nicht durch den Besitz, sondern durch die Nachforschung der Wahrheit erweitern sich seine Kräfte, worin allein seine immer wachsende Vollkommenheit bestehet. Der Besitz macht ruhig, träge, stolz. - Wenn Gott in seiner Rechten alle Wahrheit und in seiner Linken den einzigen immer regen Trieb nach Wahrheit, obschon mit dem Zusatze, mich immer und ewig zu irren, verschlossen hielte und spräche zu mir: "Wähle!" - ich fiele ihm mit Demut in seine Linke und sagte: "Vater, gib! Die reine Wahrheit ist ja doch nur für dich allein!"
(Lessing, Eine Duplik)