Damit die vielen anderen Faustins und Faustines der Welt sich nicht allzu sehr ärgern, dass ich ihnen ihre domains wegschnappe, hier eine Auswahl von Informationen zu diesem Namen, die ich im Laufe der Zeit gefunden habe:


Etymologie
lat. Adj. faustus/-a/-um (günstig, gesegnet, erfreulich, heilsam, Glück bringend); geläufig nur in der Segensformel „quod bonum faustum felix fortunamque sit“ (Was gut und günstig, glücklich und gedeihlich sei.).
„Faustina“, „Faustine“ und „Faustinus“ sind Weiterbildungen der Namen „Fausta“ und „Faustus“

[Mehr oder weniger] berühmte Namensträgerinnen
Römische Kaiserinnen:
  • Faustina Augusta (vollständig: Annia Galeria Faustina; F. die Jüngere), *um 125/130, †176, Gattin Marc Aurels
  • Faustina Augusta (vollständig: Annia Galeria Faustina;F. die Ältere), *um 100/105, †140/141, deren Mutter, Gattin des Antoninus Pius
  • Fausta (Flavia Maxima F.), *~298, †326, Gattin Konstantins des Großen, auf dessen Geheiß in Trier getötet

  • sowie:
  • Faustina, Geliebte Goethes in Rom und angeblich erste Bettgenossin, verewigt in   den römischen Elegien (s.u.)
  • Faustina, korsische Freiheitskämpferin (Nichts Genaues weiß ich nicht.)


  • Bekannte Namensträger
  • Faustin I. [französisch ausgesprochen],*1782, †1867, geboren als Sklave mit Namen F. Soulouque, (wenig vorbildhafter) Kaiser von Haiti
  • Faustus von Byzanz, Verfasser einer Geschichte Armeniens, die das vierte Jahrhundert behandelt
  • Faustulus, Hirte, der Romulus und Remus aufzog und sich nach vergeblicher Vermittlung zwischenden beiden Brüdern das Leben nahm; sein Bruder hieß Faustinus
  • Faustinus, begüterter Freund Martials, selbst Dichter, wird in dessen Epigrammen erwähnt.


  • Literarische Spuren
    Römische Elegie XVIII (J. W. v. Goethe)
    Eines ist mir verdrießlich vor allen Dingen, ein andres
    Bleibt mir abscheulich, empört jegliche Faser in mir,
    Nur der bloße Gedanke. Ich will es euch, Freunde, gestehen:
    Gar verdrießlich ist mir einsam das Lager zu Nacht.
    Aber ganz abscheulich ist's, auf dem Wege der Liebe
    Schlangen zu fürchten, und Gift unter den Rosen der Lust,
    Wenn im schönsten Moment der hin sich gebenden Freude
    Deinem sinkenden Haupt lispelnde Sorge sich naht.
    Darum macht Faustine mein Glück; sie teilet das Lager
    Gerne mit mir, und bewahrt Treue dem Treuen genau.
    Reizendes Hindernis will die rasche Jugend; ich liebe,
    Mich des versicherten Guts lange bequem zu erfreun.
    Welche Seligkeit ist's! wir wechseln sichere Küsse,
    Atem und Leben getrost saugen und flößen wir ein.
    So erfreuen wir uns der langen Nächte, wir lauschen,
    Busen an Busen gedrängt, Stürmen und Regen und Guss.
    Und so dämmert der Morgen heran; es bringen die Stunden
    Neue Blumen herbei, schmücken uns festlich den Tag.
    Gönnet mir, o Quiriten! das Glück, und jedem gewähre
    Aller Güter der Welt erstes und letztes der Gott!